Alle Eltern wünschen sich für ihr Kind ein Leben ohne Sorgen und Krankheiten. Seit einigen Jahren scheint die moderne Medizin eine Chance zu bieten, diesem elterlichen Wunsch ein wenig nachzuhelfen.
Kommerzielle Blutbanken werben dafür, Nabelschnurblut privat einzulagern. Die Frage ob eine Einlagerung sinnvoll ist, oder eher ein Geschäft mit der Angst, stellen sich viele werdende Eltern.
Zunächst eine einfache und kurze Stammzellenkunde.
Was sind Stammzellen?
Grundsätzlich unterscheidet man drei Arten von Stammzellen:
Embryonale Stammzellen: Diese nicht-spezialisierten Zellen entwickeln sich nach der Befruchtung zu allen anderen Zelltypen. Sie können sich unbegrenzt teilen und anschließend neue Funktionen übernehmen. Aus Stammzellen werden beispielsweise Muskel-, Knochen-, Knorpel-, Blut- oder Nervenzellen.
Adulte Stammzellen:
Erwachsene Menschen haben etwa zwanzig verschiedene Stammzelltypen. Sie sind organspezifisch und heißen adult. Sie werden gebraucht, wenn Reparaturen nötig sind können aber nur in einem bestimmten Gewebe eingesetzt werden. Adulte Stammzellen werden durch eine Knochenmarkpunktion gewonnen.
Stammzellen aus Nabelschnurblut können sich ebenfalls differenzieren und somit andere Zelltypen bilden. Diese Zellen sind sehr jung und vital, und einfach und kostengünstig zu gewinnen.
Die wesentlichen Unterschiede der Stammzellen aus Nabelschnurblut zu den “erwachsenen” Stammzellen, die jeder Mensch in sich trägt sind:
Nabelschnurblut-Stammzellen sind unbelastet von jeglichen Alterungs- und Umwelteinflüssen (Stress, Nahrung, Strahlung). Dies bleibt bei Aufbewahrung im Kälteschlaf lebenslang erhalten.
Die Nabelschnurblut-Stammzellen können zur Therapie von Leukämie, Lymphsystem-Erkrankungen, sowie Autoimumerkrankungen (z.B. Multiple Sklerose) eingesetzt werden. Der Einsatz bei Parkinson, chronischen Herzerkrankungen, Alzheimer und Diabetes wird zur Zeit noch erforscht. Wissenschaftler vermuten außderdem, daß Stammzellen in der Lage sind, zerstörtes Gewebe auf künstlichem Wege nachwachsen zu lassen. Diese Eigenschaft wird in der Biotechnologie zur Regeneration von Körpergewebe genutzt. Bisher wurde dies aber noch nicht am Menschen eingesetzt.
Die Vorteile:
Nabelschnurblut enthält keine Tumorzellen und ist weitgehend frei von Viren
Im Gegensatz zu Stammzellen von einem fremden Spender werden die eigenen Zellen aus Nabelschnurblut bei der Anwendung vom Körper nicht abgestoßen.
Nabelschnurblut ist schnell verfügbar, wenn es gebraucht wird
Die Entnahme ist einfach und ohne Risiko.
Hohes Vermehrungspotenzial der Stammzellen
Wie lange kann das Nabelschnurblut gelagert werden ?
Das Nabelschnurblut wird nach Entnahme bei etwa -170° C tiefgekühlt Nach bisherigem Wissenstand kann davon ausgegangen werden, daß die Zellen über Jahrzehnte, wenn nicht sogar für das ganze Leben funktionsfähig bleiben.
Die Kosten:
Die Einlagerung von Nabelschnurblut ist mit Kosten verbunden, diese betragen in Deutschland ca. 1500 bis 2.500 Euro inklusive der ersten zwanzig Lagerjahre. Bislang sind nur wenige Fälle bekannt, in denen die Kosten anteilig von Krankenkassen erstattet wurden.
4 Antworten zu „Stammzellen aus Nabelschnurblut“